Büro Klaus Scheibl Architektur und Hammerschmid,Pachl,Seebacher-Architekten

Für das kleine Haus stand nur ein kleines Budget zur Verfügung. Eine großzügige, geschützte Terrasse sorgt für Offenheit und Komfort in dem kompakten Baukörper.

Büro Klaus Scheibl Architektur
4040 Linz
Österreich

Galerie

Das Hausruckviertel bezeichnet eine Landschaft im südwestlichen Oberösterreich, benannt ist es nach dem Bergrücken Hausruck. Ottnang im Hausruck liegt auf 554 Metern Höhe, der kleine Ort zählt knapp 4000 Einwohner. Die großartige Landschaft reizte auch den österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard: 1972 erwarb er das frühere Wohnhaus eines Braunkohlearbeiters und Imkers mit Wirtschaftsteil, das „Hanspaul“, oder auch „Quirchtenhaus“. Über Empfehlung wandte sich der Bauherr an den Linzer Architekten Klaus Scheibl sowie an Dietmar Hammerschmid, Andreas Pachl und Franz Seebacher, die in Gramastetten ihr Architekturbüro betreiben, und beauftragte sie, ihm in Ottnang ein Haus zu bauen, 77 Quadratmeter Wohnfläche ist es klein. Sensibel fügt es sich in die leicht abfallende Topografie ein, in eine heterogene Siedlung aus etwa 50 Häusern. Das zweigeschossige Bauwerk mit flach geneigtem Satteldach selbst wurde bewusst kompakt gehalten: Ein kleiner Bauteil mit massiven Betonwänden, der die Technik und ein Lager aufnimmt, verankert das Bauwerk im Hang, der Zugang erfolgt über eine Sichtbeton- Außentreppe. Der Großteil des Holzbaus – aus Kostengründen wurde eine hochwärmegedämmte Holzriegelbauweise gewählt – ist aufgeständert. Schwarze, filigrane Stahlstützen auf Einzelfundamenten heben den Baukörper über den Hang. Platz genug ist hier für zwei Schlafzimmer, ein schmales Bad sowie einen kompakten Koch-, Ess- und Wohnraum. Für Großzügigkeit sorgt die vorgelagerte Terrasse. Wie ein Hof wird sie in Teilen vom Dach geschützt und verwahrt sich mit geschlossenen und halbtransparenten Holzwänden aus auf Abstand gesetzter vertikaler Lattung gegen unerwünschte Einblicke. Der Blick in den Himmel und in die Landschaft ist frei.