Büro Voigt

Außen dunkle Borke, innen helles Holz: Das Erstlingswerk des jungen Architekten für seine Eltern wird zum komfortablen und stimmungsvollen Rückzugsort für die ganze Familie.

Büro Voigt
041155 Leipzig
Deutschland

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Tellerhäuser mit seinen etwa 150 Einwohnern auf knapp 1000 Höhenmetern gilt als höchstgelegener Ort Sachsens. Das Dorf im Erzgebirge, unweit von Oberwiesenthal, das seinen Namen einem Bergmann namens Andreas Teller verdankt, der dort 1652 den Grundstein für eine kleine Siedlung legte, liegt unmittelbar an der Grenze zu Tschechien in einem Waldgebiet. Als Urlaubsort bietet es Schneesicherheit, teilweise, erzählt der Architekt Florian Voigt, fällt so viel Schnee, dass die Straße nicht geräumt werden kann. Für die Familie Voigt war Tellerhäuser stets der perfekte Ferienort. Sie überlegte daher nicht lange, als das letzte Haus im Ort, einst ein Bauernhof, dann vermutlich eine Zollstation und später ein Privathaus mit zahlreichen Zimmern – wohl eine Pension – zum Verkauf stand. Den Auftrag vergaben die Eltern – Mutter Elke gründete 1991 ihr Architekturbüro in Leipzig, in dem die Söhne Tobias seit 2000 und Florian seit 2018 arbeiten, der Vater ist Sachverständiger für Holzschutz – an den 1986 geborenen und 2011 an der Bauhaus- Universität Weimar diplomierten Florian, damit das Domizil nicht nur der älteren Generation als „Alterssitz“ passt, sondern der ganzen Familie. Gelernt haben alle bei der Planung: Mit dem Vater diskutierte Florian Voigt über den architektonischen Ausdruck und die konstruktiv richtige Detailausbildung. Die Bauleitung und Ausschreibung übernahm Architektin Elke Voigt. Als ursprünglicher Bauernhof ähnelt das Haus typologisch einem Schwarzwaldhof, noch immer gehört eine ausgedehnte Weide hangaufwärts zum Grund. Betreten wird auf Straßenniveau, auf dieser Ebene finden zwei Schlafzimmer, ein Bad und Kellerräume Platz. Die einläufige Treppe führt ins Obergeschoss, die ehemalige Tenne ist heute der zentrale, holzverkleidete Wohnraum, das Nadelholz an Wand und Boden und der Ausblick ins Wäldchen machen die Erzgebirgslandschaft im ganzen Haus erlebbar, am Abend verstärkt noch durch die Geräusche und Gerüche aus dem Kamin. Im bewussten Gegensatz dazu wirkt das Erdgeschoss mit seinen geschlämmten Bruchsteinwänden roh und robust. Die alten Wände sind Bestand, das lose Mauerwerk wurde mit einer Betondecke verfestigt und gesichert. Der Neuaufbau von Dach, Fassadendämmung und Innenausbau erfolgte komplett aus Holz. Außenseitig wurde die Holzfaserdämmung mit einer dunkel gestrichenen Holzverschalung verkleidet, innen zeigen Seekieferplatten ihre lebhafte Maserung, die Türen wurden aus Lärche gefertigt.