Den Hang entlang

Der Reiz beim Planen eines Einfamilienhauses, so berichtet Christian Mörschel vom Dornbirner Büro Juniwind, ist sicher das „Durchdenken“ und „Durchplanen“ von Anfang bis zum Ende, vom ersten Strich bis zum letzten Möbelstück. Er ist umso größer, wenn es sich dabei um das eigene Haus handelt. Gleichzeitig wird es dadurch auch umso schwieriger: Schließlich muss der Entwurfsverfasser aus der Vielzahl seiner Ideen die eine Lösung herausfiltern, von der er als Architekt ebenso nachhaltig überzeugt ist wie als Bauherr. Und vor allem: Der Entwurf muss auch die Ehefrau überzeugen ...

JUNIWIND ARCHITEKTUR
6850 Dornbirn
Österreich

Galerie

Diesem Entwurf gelang das: ein schlichter, dabei eleganter, riegelförmiger, zweigeschossiger Baukörper, der im oberen Bereich des Hanggrundstücks in Dornbirn ruht. Das bergseitig komplett in den Hang hineingeschobene, eingerückte Erdgeschoss trägt als massiver Stahlbetonsockel das Obergeschoss, das entlang der Außenkontur von unregelmäßig verteilten, starren Holzlamellen umhüllt wird. Die beiden Geschossdecken wurden als markante Scheiben ausgebildet und mit einem weißen Blechstreifen verkleidet, die Lamellen erhielten einen vorvergrauenden Anstrich. Talseitig ebenerdig wird das Erdgeschoss erschlossen, die nordöstlich angrenzende und in das Gebäudevolumen integrierte Garage ist über eine Türe direkt mit dem Eingangsbereich verbunden. Ebenfalls talseitig reihen sich drei Kinderzimmer aneinander, bergseitig finden die Nebenräume wie Gäste-WC, Kinderbad und Keller Platz. Die Kinderzimmer sind bodentief verglast, sie haben direkten Zugang auf die vorgelagerte, überdeckte Spielterrasse. Eine offene, gegenläufige Treppe führt ins Obergeschoss. Raumhoch öffnet sich die Verglasung hier hinter den umlaufenden, filigranen Holzlamellen, die Einblick gewähren, wo gewünscht, und Schutz bieten, wo er erforderlich ist. Im nordöstlichen Teil befinden sich der Elternbereich mit Ankleide und Bad sowie ein Hauswirtschaftsraum und das Arbeitszimmer. Der offene Koch-, Ess- und Wohnbereich orientiert sich nach Südwesten und geht über in die überdeckte Terrasse. Als Pufferzone sorgt der ebenfalls überdeckte Balkon entlang der Längsfassade für Freiraum und Abstand. Massives Eichenparkett wurde auf den Böden verlegt, zudem kam innen wie außen eine großformatige Fliese in Zementoptik mit durchgängigem Fugenraster zum Einsatz. Die Erdgeschossdecken sind weiß verputzt, im Obergeschoss wurden die Decken mit Eiche natur verkleidet, innen mit Akustikfunktion, außen ohne.