Dominique Meier Architektur

An einem steilen, nach Norden ausgerichteten Hang wohnt die fünfköpfige Familie, innen mit viel robustem Sichtbeton, außen in widerstandsfähiges, verkohltes Holz gehüllt. Der Blick in die Bergwelt begleitet den Tagesablauf.

Dominique Meier Architektur
8045 Zürich
Schweiz

Galerie

Als Urlaubsort ist die Graubündner Gemeinde Flims berühmt, schon Friedrich Nietzsche begeisterten 1873 die Bäder im Caumasee und die Molkenkuren. Das Waldhaus Flims, 1877 eröffnet, zog internationale Gäste in die Schweiz. Bis in die frühen 1970er-Jahre blieb der Sommer die Hauptsaison, inzwischen locken 235 Pistenkilometer Wintersportler ins Skigebiet Flims Laax Falera. Leben kann man hier aber auch ganz wunderbar, wie die fünfköpfige Familie, für die Dominique Meier ein neues Domizil plante. Dass der Auftrag an die Architektin ging, die in Zürich ihr Büro führt, stand außer Frage: „Der Bauherr hat mir beim Bau meines Gipsmodells für mein Diplom geholfen und mir beim Abschied gesagt: Wenn ich je mal ein Haus bauen werde, dann bestimmt mit Dir. Schön, dass es geklappt hat.“ Das schöne Haus steht auf einem bislang unbebauten Grundstück. Die ausgeprägte Hanglage und der Blick zum markanten Flimserstein, einem nördlich gelegenen, geneigten Hochplateau, legten die Ausrichtung fest und bestimmten Form und Gestalt des skulpturalen Volumens mit: Großzügige Öffnungen in der Fassade verbinden die Wohnräume mit der Berglandschaft. Dreigeschossig stemmt der Massivbau sich in die Höhe. Das untere Geschoss nimmt die privaten Zimmer auf, schlank legt sich die Erschließung in die Mitte. Mit wenigen Eingriffen lässt es sich bei Bedarf in eine Einliegerwohnung verwandeln. Die mittlere Ebene kommt mit weniger Wänden aus. Das spitz zulaufende, prismenförmige gedämmte Betondach über dem zweiten Obergeschoss ist offen erlebbar, eine plastisch geformte Betonwand gliedert. Im Inneren harmonieren die Sumpfkalkwände mit dem Hartbetonboden. Raumhohe Einbauten aus Seekiefer und glänzende Glasmosaikflächen setzen Akzente und Blickpunkte in den fließenden Räumen. Die Bibliothek im zweiten Obergeschoss wurde aus unbehandeltem Arvenholz gefertigt. Charmant und zeitgemäß interpretiert der Einbau aus Zirbe die traditionelle Bauernstube. Die Fassade des expressiven Hauses ist mit vorverkohltem Holz verkleidet. Shou Sugi Ban heißt die alte japanische Technik zur Holzkonservierung, bei der die Holzoberfläche durch kontrolliertes Verbrennen karbonisiert und dadurch widerstandsfähig gemacht wird. Seitliche Metallabdeckungen aus Kupfer schützen die großzügigen Einschnitte.