Komfort hinter Kupfer

Im Jahr 2000, nach dem Studium in Stuttgart und einigen Jahren Bürotätigkeit in San Francisco und Stuttgart, gründete Bernd Liebel sein Büro in Aalen am nordöstlichen Rand der Schwäbischen Alb. Unweit des Ortszentrums mit Blick auf Kirche und Burg entwarf er nun für eine Familie ein Haus in Niederbayern, das gleichermaßen privat und öffentlich ist, Innen und Außen verbindet, extrovertiert und introvertiert auftritt. Großzügig öffnet sich das Erdgeschoss des kompakten Baukörpers: Quadratisch angelegt springt der Grundriss auf dieser Ebene hinter raumhoch verglasten Fassaden an drei Ecken zurück und macht Platz für differenzierte, teils ein-, teils zweigeschossige Außenräume: Eingang, Loggia, Terrasse und baumbestandenen Patio.

Liebel/Architekten BDA
73431 Aalen
Deutschland

Galerie

Fließend gehen die Räume – Kochen, Essen und Wohnen – allerdings nicht nur horizontal ineinander über, sondern auch vertikal: Split-Level verbinden die Ebenen über ein annähernd mittig angelegtes, offenes Treppenhaus mit Aufzug. Es wurde aus Sichtbeton gefertigt und harmoniert mit dem hellgrauen Estrich, mit weißen Wänden und Decken sowie dunklen Einbauten für die Küche. Eichenholzfenster rahmen den Blick und Weg in den Garten. Kunstvoll verbirgt sich das Obergeschoss hinter einem das Volumen zusammenbindenden Kupferband, das sich quadratisch um die Rückzugsebene legt: Schlafzimmer und Bäder verbergen unerwünschte Einblicke und gestatten bei Bedarf Ausblicke. Geschützte Freiräume verbinden auch hier Innen mit Außen. Dabei sorgt die gelochte Kupferfassade, deren Muster an verpixelte Bäume erinnert, für ein lebendiges Schattenspiel auf den schwarzen, weißen und grauen Oberflächen. Und bei Bedarf lassen die faltbaren Elemente auch ungefiltert Licht ins Innere.