LP architektur ZT GmbH

Das Austragshaus für einen gelernten Steinmetz auch aus Stampfbeton und Naturstein zu bauen, stellte den vor allem mit dem Holzbau vertrauten Architekten vor Herausforderungen. Sie wurden konstruktiv, funktional und ästhetisch für alle überzeugend gemeistert.

LP architektur ZT GmbH
5541 Altenmarkt
Österreich

Galerie

Eine langjährige Freundschaft verbindet den Altenmarkter Architekten Tom Lechner und sein Büro LP architektur mit dem Steinmetzbetrieb Herzgsell. Es war daher keine Frage, wer das „Austragshaus“ im idyllischen Forstau, eingebettet in ein Hochtal auf 930 Metern Höhe zwischen Radstadt und Schladming im Salzburger Land gelegen, auf dem Gelände des abseits der dörflichen Struktur liegenden landwirtschaftlich genutzten Anwesen der Familie bauen sollte. Spannend, berichtet Tom Lechner, war die Bauaufgabe trotz des Vertrauens zwischen Bauherrschaft und Architekt: Mit Stampfbetonwänden und einer Natursteinstruktur als Sicht- und Lichtfilter hatte das Büro, das vor allem mit Holz baut, keinerlei Erfahrung, weder was Statik noch was Konstruktion angeht. Das „learning by doing“ hat sich jedoch für alle gelohnt: Architekt und Bauherrschaft sind glücklich mit dem Ergebnis, das dieses Jahr auch das Cover des Jahrbuchs ziert. Selbst die Nachbarn waren erfreut, dass das Ergebnis nicht dem klassischen „Architekturtrend“ auf dem Land entspricht, nämlich „modern“ bauen zu wollen, also weiße „Schuhschachteln“. Sondern dass ein einfaches Gebäude in Anlehnung an die regionale Bautradition und deren Qualitäten entstand! Das ruhig gelegene Grundstück fällt steil nach Nordwesten hin ab, unverbaubar ist der Blick in die Umgebung und bis zu den beeindruckenden Bergmassiven von Dachstein und Hochkönig. Die funktionalen Anforderungen der Bauherrschaft wurden in einem schlichten Baukörper mit Satteldach organisiert, selbstverständlich liegt er am Hang und entspricht dem traditionellen, regionstypischen Einhof, der Wohnen, Lagern und Arbeiten unter einem gemeinsamen Dach vereint. Von der südlich liegenden Straße aus erscheint das Haus eingeschossig. Von hier aus wird die Garage mit anschließender Lagerfläche erschlossen sowie ein gedeckter Zwischenbereich, der alle öffentlichen Bereiche des Hauses, wie die Garderobe und das WC, und auch den gro.zügigen offenen Wohn-, Koch- und Essbereich erschließt. Der nach Nordwesten orientierte Freibereich, der die Küche vergrößert, wird aufgrund der steilen Hanglage als Gartenersatz und geschützte Freifläche genutzt. Das Untergeschoss ist privat: Schlafzimmer, Gästezimmer und Bäder finden im nordöstlichen Gebäudeteil Platz, das gro.zügige Atelier der kunstliebenden Bauherren wird stimmungsvoll durch die Stampfbetonwand belichtet. Die vorgelagerte Terrasse gestattet direkten Zugang in den Garten.