mna merten nibbes architekten PartGmbB

Statt das Grundstück am See zu vierteln, überzeugten Architekten und zwei Bauherrenpaare die Kommune: Die alten Kiefern blieben erhalten und die einheitliche Gestaltung schafft individuelle Wohnqualität.

mna merten nibbes architekten PartGmbB
10117 Berlin
Deutschland

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Nördlich von Berlin, im Landkreis Oberhavel, liegt der Große Stechlinsee, einer der letzten großen Klarwasserseen Norddeutschlands und zudem der tiefste See in Ostdeutschland. Wegen seines Naturreichtums und seiner kulturellen Bedeutung wurden der Stechlin und seine nähere Umgebung bereits 1938 zum Naturschutzgebiet erklärt, Theodor Fontanes Reiseberichte und sein Roman „Der Stechlin“ verliehen der Gegend literarische Berühmtheit. Die Architekten sind jedoch auch ehrlich genug, das dort 1966 in Betrieb gegangene erste wirtschaftlich genutzte Kernkraftwerk der DDR nicht zu verschweigen. Rheinsberg wurde 1990 stillgelegt, seit 1995 wird rückgebaut. Einzige Ortschaft am Rand des Sees ist Neuglobsow, eine locker in den märkischen Sand gestreute Ansammlung eingeschossiger Fachwerkhäuser der ehemals hier tätigen Glasbläser, von Villen aus der Jahrhundertwende, FDGB-Ferienheimen und frisch renovierter Wochenend-Bungalows. „Einer der Bauherren, mit dem wir zuvor schon einmal gebaut haben“, so erzählt Felix Nibbes aus dem Berliner Büro mna merten nibbes architekten PartG mbB, „sprach uns in der Vorphase des Projekts an, als das Grundstück zum Verkauf stand, für das die Gemeinde ursprünglich eine Teilung in vier kleine Parzellen mit Wendehammer in der Mitte vorgesehen hatte, die den alten Baumbestand und den Charakter des Ortes zerstört hätte. Zusammen mit den Bauherren haben wir dann ein anderes Konzept entwickelt.“ Und sie haben es auch umgesetzt: Heute fügen sich die leicht gegeneinander versetzt angeordneten Baukörper für die zwei Paare zwischen die hohen, alten Kiefern. Sie entsprechen sich äußerlich. Im Inneren sind die einladend hell und luftig gestalteten Häuser sowohl in der Anordnung der Funktionen als auch in der räumlichen Gliederung ganz an die individuellen Wünsche der Bauherren angepasst. Die vage Vorgabe der Gemeinde, eine „eingeschossige Bebauung mit geneigtem Dach“ umzusetzen, übersetzten die Architekten präzise: Die beiden Häuser bekamen ein steiles Satteldach, das ohne Überstände und sichtbare Traufen auskommt. Beide weisen dabei das gleiche Profil auf, sie unterscheiden sich nur in ihrer Länge. Beide Häuser sind als hochgedämmte Holzständerkonstruktionen ausgeführt und erhielten eine liegende Schalung aus schwarz geöltem Lärchenholz. „Wir hatten das Glück“, so Felix Nibbes, „dass beide Bauherrenpaare gleichermaßen engagiert und interessiert waren. Sie haben sich mit dem Projekt identifiziert und den Mut aufgebracht, auch die Dachflächen mit einer Holzschalung zu verkleiden, was eine Sonderkonstruktion ist.“