Peter Bastian Architekten BDA

Flach schiebt sich der Betonbau in und auf den Hülser Berg. Zwei Atrien verbinden mit der Natur und sorgen für Freiraum und Licht in der klassisch modernen Wohnlandschaft.

Peter Bastian Architekten BDA
48155 Münster
Deutschland

Galerie

Ganz sicher ist es wohl immer noch nicht, dass Ludwig Mies van der Rohe Architekt der Villa Heusgen ist und in Krefeld somit neben Haus Lange, Haus Esters sowie dem Verseidag-Gebäude eine vierte Baukunst-Ikone zu bewundern ist – aus der Architekturgeschichte jedenfalls ist das 1932 erbaute, in die Denkmalliste der Stadt Krefeld eingetragene und inzwischen denkmalgerecht restaurierte Haus mehr oder weniger verdrängt. Über die Urheberschaft des nördlich von Villa Heusgen gelegenen Gebäudes am Hülser Berg, der mit 63 Metern höchsten natürlichen Erhebung der Stadt Krefeld, bestehen jedoch keine Zweifel: Es wurde vom Architekten Peter Bastian, der sein Büro in Münster hat, gestaltet und macht der prominenten Nachbarschaft durchaus Ehre. Ein von ihm entworfenes Wohnhaus in Krefeld war den Bauherren bekannt und gefiel, so kam es zum Auftrag. Das üppige Grundstück ist durch eine steile Hanglage Richtung Osten und einen alten Baumbestand geprägt. In Teilen zweigeschossig und mit zwei großzügigen Atrien reagiert der flache, monolithische Betonbau auf die Topografie. Die Ostfassade des Sockelgeschosses steht frei, sie dient der Erschließung des Gebäudes und nimmt die Garage sowie Technik- und Lagerräume auf. Im Erdgeschoss befinden sich die großzügigen Wohn- und Aufenthaltsräume der Familie. Raumhohe Fenster, Schiebeflügel und geschlossene Aluminiumpaneele durchbrechen den Sichtbeton. Hebe- und Schiebewände sorgen bei Bedarf für Sichtschutz. Die klassische Moderne gefällt den Bauherren auch bei der Möblierung. Das große Atrium liegt im Süden. Ein Reflecting Pool sorgt für elegante Spiegelungen, das Hochbeet wird von massiven Sitzbänken gefasst. Der Bodenbelag aus Kirchheimer Muschelkalk setzt sich im Innenraum in den Bädern und der Küche fort. Das Atrium wird ebenerdig auch über die im Süden gelegenen Außenanlagen betreten, das kleine Atrium hingegen hat eher privaten Charakter: Es ist nur vom Gebäude aus zugänglich und grenzt an Kinderzimmer, den Flur, das Büro und einen Schlafraum. Zwei Kaminzüge durchstoßen das Haus, die beiden Scheiben betonen die Vertikale in der Horizontalkomposition, dementsprechend wurden sie aus dunklem Stein im Langformat gemauert, der farblich mit dem Naturstein und dem Sichtbeton harmoniert. Um die monolithische Bauweise konsequent umsetzen zu können, wurde eine Innendämmung verbaut.