Ruinelli Associati AG Architetti SIA

Maßgeschneidert passt sich das kleine Haus in die Lücke ein und ersetzt den nicht erhaltenswerten Vorgänger. Den zwei Bewohnern auf drei Geschossen bieten sich stimmungsvolle Räume und Blicke auf den See.

Ruinelli Associati AG Architetti SIA
7610 Soglio
Schweiz

Galerie

Gerra ist ein Ortsteil von Gambarogno auf der schweizerischen Seite des Ostufers des Lago Maggiore im Tessin. Den Bauherren, die mit Armando Ruinelli in Isola bei Maloja bereits einen Stall umgebaut und eine Meierei saniert hatten, gehört dort eine Baulücke, besser gesagt ein seit langem unbewohntes und nicht erhaltenswertes Gebäude, von dem nur die mit den angrenzenden Häusern gemeinsamen Seitenwände und Reste der Nord- bzw. Südfassade erhalten blieben. Außer der Enge, die besondere Anforderungen an den Bauablauf und natürlich besondere Belastungen für die Umgebung darstellten, wie Lärm und notwendige Fundamentabfangungen, weist das Gelände einen erheblichen Höhenunterschied zwischen dem Zufahrtsweg auf der Straßenseite und dem tieferliegenden Hof mit Blick auf den See auf. Das Haus erstreckt sich über drei Stockwerke. Erschlossen wird es über das Dachgeschoss, in dem sich das Schlafzimmer befindet. Im darunterliegenden Stockwerk finden Wohn- und Badezimmer Platz, im Erdgeschoss liegen ein weiteres Badezimmer und die Küche. Sie öffnet sich auf den Hof und gen See. Die kleinen Fenster im Erdgeschoss erinnern an die vorherigen Fensteröffnungen, weitaus großzügiger öffnen sich die in den oberen Stockwerken frei angeordneten Öffnungen dem Blick auf das Wasser. Ein neues Steindach aus Gneis ersetzt die alten roten Ziegel, die Mauern in Rasapietra, einer Technik, die das Verfugen mit dem Verputzen auf Feld- und Bruchsteinmauern kombiniert und die Steinköpfe sichtbar belässt, zitieren die historische und regionale Fassadengestaltungskunst. Auch im Inneren sind die Wände in Rasapietra gemauert, fein setzt sich der neue Treppen- und Kamin-Block von der ruralen Robustheit ab. Er ist aus selbstverdichtendem Beton gefertigt, dem einzigen Material, so erzählt Armando Ruinelli, mit dem er an dieser Stelle ein solches Ergebnis erzielen konnte. Wie bereits im Vorgängerbau wurden die Decke und der Fußboden im Wohnzimmer, ein Teil der Türen und die Einrichtung aus Kastanienholz gefertigt. Feine Stahlprofile fassen heute die Fenster, auch manche Türen wurden aus Stahl gestaltet. Da das Niveau des Erdgeschosses sich unter dem des Hofs befindet und der See bis auf diese Höhe steigen kann, wurde der Fußboden hier aus glattem Beton gegossen und die Küchenmöbel aus Naturblech bodenfrei befestigt.