DIe Burg im Blick

Der staatlich anerkannte Luftkurort Kronberg im Taunus in der Stadtregion Frankfurt verdankt seinen Namen der Burg Kronberg, von 1220 bis 1704 Stammsitz der Ritter von Kronberg. Der Ort gilt als drittreichste Kommune in Deutschland, der Kaufkraftindex von 182,1 Prozent liegt weit über dem Bundesdurchschnitt und belegt den bundesweiten Spitzenwert. Eine Spitzenlage hat auch das Grundstück, das der Kronberger Architekt Wolfgang Ott beplante: Es ist zwar schmal, doch gestattet es den Blick auf den Turm ebenso wie ins Tal und einen alten Mammutbaum. Ein privater Weg erschließt den Grund.

Dipl.-Ing. Wolfgang Ott
61476 Kronberg
Deutschland

Galerie

Das Gebäude grenzt sich nach Nordosten zur Nachbarbebauung ab, es öffnet sich nach Süden und nimmt in der Längsachse die Burg ins Visier. Die Baumasse ist auf zwei zweigeschossige Baukörper verteilt, die im Gartengeschoss über einen offenen Raum verbunden sind, der auf der Nordostseite einen Innenhof fasst. Im Erdgeschoss des unterkellerten, sogenannten Kopfbaus mit zweigeschossigem Eingangsbaukörper liegt die offene Küche mit ebenfalls zweigeschossigem Essbereich. Das Schrägdach ermöglicht den Blick aus dem Wohnbereich durch das darüber liegende Büro auf die nachts beleuchtete Burg. Auch aus der Küche bleibt sie durch den Innenhof über das Schrägdach im Blick ebenso wie aus dem Schlafzimmer durch den Luftraum im Essbereich. Schräg gestellte Wandscheiben im Erdgeschoss fokussieren den alten Mammutbaum. Mit vollverglaster Stirnseite streckt sich das Obergeschoss der Burg entgegen, es nimmt das Schlafzimmer auf. Der Innenhof mit einem alten Olivenbaum ist das Zentrum der Außenanlagen. Rechteckig legt sich eine Haut aus konischen, vertikalen, dicht beieinanderstehenden Aluminiumlamellen um das differenzierte Volumen. Ihr Muster changiert im Licht, es verbindet und schützt.