
Massivhaus mit Holz
Ein Flügel als prägendes Architekturelement: Im Mittelpunkt des zweigeschossigen Hauses befindet sich das Piano des Bauherren – hier wohnt er und gibt Konzerte.

„EIN KONZERTHAUS ZUM WOHNEN. WARUM NICHT!”
Stephan Rauch
Die Maße eines Flügels hatte zwar auch er nicht im Kopf. Doch das Haus, das er dem Instrument anpasste, passt farblich, räumlich und atmosphärisch wie angegossen zum Piano. Bei der Farbe fiel die Entscheidung leicht: Das Haus ist außen schwarz und innen weiß. Klavierlack allerdings ziert nicht die Fassade, die hinterlüftete Haut des Holzrahmenbaus wurde mit schwarz lasierten, sägerauen Fichtenbrettern umhüllt. Selbst die Holzrahmen der Fenster sind so schwarz wie die Kante zwischen metallgedecktem Satteldach und Baukörper. Seine Grundrissgeometrie entspricht einem Rechteck mit zwei einander gegenüberliegenden, abgeschrägten Ecken. Sie sorgen für optimale Belichtung und schöne Ausblicke. Der Flügel ist der Mittelpunkt des zweigeschossigen Hauses, das im Keller zudem Platz bietet für Technik und Besucher.Das Instrument steht auf einer Art Bühne im erhöhten Erdgeschoss. Ein Luftraum öffnet sich hier bis unter das Dach. Da das Haus auch für Konzerte genutzt wird, sind die Decke über dem Wohn- und Essbereich sowie die Wand hinter dem Flügel als akustisch wirksame Bauteile ausgeführt, sie sind gefaltet und mit unbehandelten Holzfaserbauplatten beplankt. Die Küchenzeile wurde in die Wand integriert. Im Obergeschoss hat der Bauherr seinen kleinen privaten Bereich. Dusche, Badewanne, Schlafzimmer und Schreibtisch teilen sich einen Raum, nur das WC wurde abgetrennt. Den Himmel hat man vom Bett aus unverstellt im Blick.

